Christliche Feiertage

Neben Ostern feiern die Christen auch andere große Feste im zweiten Quartal des Kalenderjahres, wie Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Sie sind nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern stehen im Zusammenhang. Nicht das Opfer Jesu ist allein das Große, sondern die Überwindung von Hölle, Tod und Grab.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40tägige Passionszeit, von vielen Menschen wird sie als Fastenzeit begangen.

Der Palmsonntag ist der letzte der sechs Sonntage vor Ostern, es beginnt die Karwoche, die in der lutherischen Kirche auch Stille Woche, Zeit der Einkehr genannt wird. Die Katholische Tradition umfasst in der Heiligen Woche darüber hinaus auch Ostern. Am Palmsonntag wird des festlichen Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Als Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute Palmzweige. Palmen wurden vielerorts als heilige Bäume verehrt.

Am Gründonnerstag, dem Vorabend von Karfreitag kam Jesu das letzte Mal mit seinen Jüngern zum Heiligen Abendmahl zusammen. Der Kreuzigungsfreitag erinnert an Passion, Leiden und Sterben Jesu Christi. Der Kreuzigungsfreitag leitet auf Ostern hin, die Feier der Auferstehung, als Überwindung des Todes. Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe und der folgende Ostersonntag der Tag der Auferstehung Jesu von den Toten, die den Hauptinhalt der urchristlichen Heilsbotschaft darstellt: Jesu ist für uns gekreuzigt und auferweckt worden. Seine Auferstehung hatte er seinen Jüngern schon vor der Kreuzigung dreifach vorhergesagt. Der Ostertermin wird festgelegt als der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Es ist das älteste und wichtigste Fest der Christen aller Konfessionen.

Der Weiße Sonntag, der Klein-Ostertag, ist der nächste oder erste Sonntag nach Ostern. Mit ihm endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an. Der Ursprung der Bezeichnung ist ungewiss, aber wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die früher von den in der Osternacht Getauften bis zu diesem Tage getragen wurden.

Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern, gehört liturgisch immer noch zur Osterzeit. Dieser Feiertag markiert die Rückkehr des Sohnes zum Vater in den Himmel. Er wird auch als „Tag des Herrn“ bezeichnet, der aber nichts mit dem „Herrentag“ zu tun hat. Der Drang in die Natur kommt von dem alten katholischen Brauch, an Christi Himmelfahrt Prozessionen um die Felder zu machen, um sie mit Fruchtbarkeit zu segnen. Die Biblische Grundlage ist das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Vor den Augen der Jünger steigt der Auferstandene in den Himmel und wird auf einer Wolke ihren Blicken entzogen. In der bildenden Kunst ist dieses Bild ein bevorzugtes Motiv.

Pfingsten leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „fünfzig“. Fünfzig Tage nach Ostersonntag ist es der Geburtstag der Kirche. Die Ausbreitung der christlichen Botschaft - nach einer glühenden Rede von Petrus - wird gefeiert, der spirituelle Ursprung des Christentums. Die in Jerusalem versammelten Jünger empfingen fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu Christi, am siebten Sonntag nach Ostern den Heiligen Geist. Sie begannen öffentlich von Jesus zu erzählen. Deshalb wird Pfingsten auch als Fest des Heiligen Geistes bezeichnet. Sein Symbol ist die Taube. Nach Weihnachten und Ostern ist Pfingsten der dritte Höhepunkt im Kirchenjahr, das mit dem Advent beginnt und nicht identisch mit dem Kalenderjahr ist.

Mit dem Sonntag nach Pfingsten Trinitatis beginnt die Trinitatiszeit, der eine Vielzahl an bedeutsamen Sonntagen im Kirchenjahr folgt. Trinitatis gedenkt der Dreieinigkeit: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, worauf unser Glaubensbekenntnis beruht.